Seit mehr als einem Jahrzehnt hat sich der queere Künstler Mykki Blanco auf der internationalen Bühne etabliert, indem er die Codes des Hip-Hop und des Art Pop dekonstruiert. Zwischen Einflüssen aus Rave, Trap, Grunge und Ghetto-Punk schafft er ein hybrides, provokantes und zutiefst freies Werk. Blanco hat sich eine einzigartige Karriere aufgebaut, ausgehend von seiner Heimat Kalifornien, wo er als Teenager seine ersten Rap-Songs in den sozialen Netzwerken veröffentlichte. Nach und nach hat sich der Künstler in einem Genre etabliert, das historisch von Misogynie, Homophobie und Transphobie geprägt ist, und dort eine einzigartige und einflussreiche Stimme behauptet, was zu Kooperationen mit Blood Orange, Madonna oder auch Woodkid führte, der sein erstes Album produzierte.
Am 4. September erscheint sein neues Album „Café Paradiso“ auf Transgressive Records. Mykki Blanco erfindet sich darin völlig neu und tauscht die theatralische, auf die Figur ausgerichtete Inszenierung seiner bisherigen Alben gegen etwas Intimeres ein. 12 Titel (von denen zwei bereits veröffentlicht wurden!) sind wie ebenso viele Streifzüge durch Übergangsräume, in denen sich die Zeit dehnt und sich das Individuum von der Realität löst. Das Album schöpft seine Inspiration aus den vielfältigen, alltäglichen und doch einzigartigen Kontexten des Lebens des Künstlers, der ständig unterwegs ist. Aus diesen Lebensfragmenten schafft er einen Soundtrack für queere Flaneur*innen, bei dem das Alleinsein nicht zwangsläufig bedeutet, sich einsam zu fühlen. „Café Paradiso“ bestätigt damit Blancos Stellung als facettenreicher Künstler, der seine aktuelle Ausdrucksform voll und ganz beherrscht und dabei Jahre des Experimentierens zusammenfasst.
Auf der Bühne verwandelt Mykki Blanco das Konzert in ein Gesamterlebnis und schafft einen Raum der physischen, politischen und emotionalen Verbundenheit. Zwischen Club-Energie, Punk-Performance und Momenten schwebender Anmut entführt Blanco das Publikum auf eine ebenso kathartische wie befreiende Reise, auf der das Exzessive mit dem Intimen einhergeht, getragen von einer magnetischen Präsenz und einer seltenen Intensität.
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