Hinter dem 2014 ins Leben gerufenen Projekt „Midwife“ steht Madeline Johnston, eine autodidaktische Multi-Instrumentalistin und Toningenieurin. Das Projekt nahm während eines Aufenthalts in Rhinoceropolis Gestalt an, einem symbolträchtigen Ort der DIY-Szene in Denver. Die Künstlerin hat dort mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, ein einzigartiges Klanguniversum zu erschaffen und sich aktiv am künstlerischen Leben dieser Gemeinschaft zu beteiligen; heute lebt sie im Süden Colorados.
Mit Midwife entwickelt sie eine Musik an der Schnittstelle von Slowcore, Shoegaze und Ambient, die sie selbst als „Heaven Metal“ bezeichnet. Ein Ausdruck, der ihre ebenso luftigen wie erschütternden Kompositionen beschreibt, in denen die Sanftheit der Melodien mit der emotionalen Intensität der Trauer einhergeht. Ihre Lieder erforschen die vielfältigen Facetten von Verlust und Erinnerung und verwandeln den Schmerz in eine Form der Katharsis.
Ihr neuestes Album, „No Depression in Heaven“ (The Flenser), entfaltet neblige und einhüllende Klanglandschaften, getragen von geflüsterten Stimmen, ätherischen Gitarren und einer äusserst feinfühligen Komposition.
Auf der Bühne fesselt Madeline Johnston durch eine schlichte und magnetische Ausstrahlung. Ihre reduzierten und zutiefst gefühlvollen Darbietungen laden zu einem emotionsgeladenen, fast meditativen Hörerlebnis ein.
Abendkasse
Nach einem ersten Album, das er völlig eigenständig aufgenommen hatte, kehrt Shaffer mit „Patience“, seinem zweiten Werk, zurück, das diesmal im Studio entstanden ist. Schon bei den ersten Tönen zieht sein beeindruckendes Falsett die Aufmerksamkeit auf sich und erinnert an das von Vashti Bunyan. Doch vor allem sein Talent als Songwriterin tritt im Laufe des Hörerlebnisses deutlich hervor, getragen von zarten Arrangements und einer äusserst feinfühligen Instrumentalbegleitung. An der Spitze eines Musikerensembles gestaltet Shaffer eine Sammlung von Folk-Songs, die zugleich intim und zutiefst bewegend sind.
Das Ergebnis ist eine sanfte und kontemplative Musik, in der gedämpfte Melodien introspektive Texte begleiten, die mit seltener Sensibilität das Loslassen, die Ungewissheit und die Wandlungen des Daseins erforschen.