Mittwoch, 30. September 2015

Das Überleben von Fri-Son: Die Stadt Freiburg muss sich sofort entscheiden!

Pressemitteilung

Es hat fünf vor zwölf geschlagen: Fri-Son wird in naher Zukunft seine Pforten schliessen müssen, wenn die Stadt nicht ihren Entscheid zu Gunsten der Wohnüberbauung auf der Butte de Perolles überdenkt. Fri-Son übt seinen Kulturbetrieb mit zwei Konzertsälen seit nunmehr fast 30 Jahren an der Route de la Fonderie aus, ein Betrieb der mit der Umzonung des Hanges gegenüber des Eingangs von Fri-Son und der darauf geplanten Überbauung akut gefährdet ist. Alle gehen darin überein, dass die unmittelbare Nachbarschaft von Fri-Son mit diesem Wohnkomplex von Schwierigkeiten geprägt sein wird und eine problemlose Ko- Existenz nicht möglich sein wird.

2013 feierte Fri-Son sein 30-jähriges Jubiläum, seinen millionsten Besucher. Auf nationaler und internationaler Ebene wird Fri-Son als legendärer Club wahrgenommen und ist zu Recht Stolz der Freiburgerinnen und Freiburger. Fri-Son belebt das kulturelle Angebot in Freiburg und der Schweiz. Freiburg ohne Fri-Son wäre schlicht und einfach undenkbar.

Dank der Kontaktpflege mit den Behörden der Stadt Freiburg konnten bisher potentielle Problemfelder jeweils frühzeitig erkannt und einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Dies war beispielsweise anlässlich der Durchführung der Aktion Rock’n’Wall der Fall, die den Willen von Fri-Son unterstrich, eine gutnachbarschaftliche Beziehung im sich wandelnden Fonderiequartier zu pflegen. Auch der Gemeinderat hat stets seinen Willen bekundet, dass Fri-Son im Stadtzentrum verbleiben soll.

Die geplante Entwicklung des Quartiers de la Fonderie schreitet rasant voran (z.B. sind ebenfalls mehr als 200 Wohneinheiten neu auf dem Areal Parc de la Fonderie geplant) und wurde bis anhin in guter gegenseitiger Absprache geführt. Im Falle der geplanten Überbauung auf der Butte de Pérolle - ein Projekt unmittelbar vor den Türen des Fri-Son - hat uns der Gemeinderat jedoch nie über seine Absichten informiert, wir wurden vor ein Fait Accompli gestellt. Wir können das Vorhaben der Stadt, im unmittelbarerer Nachbarschaft Wohnungen und ein Kulturbetrieb, der abends und in der Nacht bis zu 1300 Zuschauer anzieht, unterzubringen nicht nachvollziehen.

In Anbetracht der drohenden Schliessung von Fri-Son und dem damit verbundenen Verlust von acht Festanstellungen, 100 regelmässigen Mitarbeitern und nicht zuletzt von Lehrlingsstellen, muss eine politische Diskussion entstehen, damit nicht Immobilieninteressen über diejenigen der Kultur triumphieren. Wir richten uns an die Behörden mit einer ganz einfachen Frage: Will die Stadt Fri-Son vor der sich anbahnenden Schliessung retten? Das Unterstützungskomittee „Fri-Son im Zentrum“ zählt bereits 1‘300 Mitglieder. Diese Mobilisierung unterstreicht die Notwendigkeit für eine Stadt wie Freiburg ein Kultur- und Nachtleben im Zentrum zu beherbergen.

Um nicht passiv seinem Schicksal ausgeliefert zu sein, ergriff Fri-Son früh die Initiative um im neu entstehenden Areal blueFACTORY einen möglichen neuen Standort zu evaluieren. Zu diesem Zwecke hat Fri-Son 2012 ein eigenes Projekt eingereicht, das unter anderem einen in der Grösse anpassbaren Konzertsaal sowie Räumlichkeiten als Kontaktzone für das ganze Areal vorsieht. Die Wirbel um die Direktion von blueFACTORY sowie die in Aussicht gestellten Mietkosten lassen Fri-Son einen Umzug auf das Areal nicht ins Auge fassen.

Wir fordern heute die Behörden auf, rasch zu handeln. Fri-Son kann gerettet werden, sofern ein fester politischer Wille und eine nachhaltige Raumplanungsvision besteht.
Fri-Son wehrt sich nicht gegen die bauliche Entwicklung des Quartiers der Fonderie an sich, sondern schlägt vielmehr vor, die vorgesehenen Wohnungen mit Büro- oder Gewerberäumlichkeiten zu ersetzen. Dies würde die Immobilien- und Kulturinteressen versöhnen. 

Freiburg den 30. September 2015 

Hier gibt es weitere Informationen sowie die Möglichkeit, sich dem Comité de Soutien anzuschliessen: aucentre.wordpress.com